Naturschutzgebiete

Wenn man von Burbach nach Lippe oder zum Siegerland-Flughafen fährt, liegt auf halber Strecke östlich der L 723 das Naturschutzgebiet (NSG) “Gambach”, eine Heide mit einer Vielzahl von Wacholdersträuchern.

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Naturschutzgebiet „Gambach“

Das Naturschutzgebiet “Gambach“ ist eine ganz besondere Landschaft: es handelt sich dabei um die größte Wacholderheide im Kreis Siegen-Wittgenstein. Weiter südlich befindet sich, völlig von Wald umgeben, eine weitere Heide, das Naturschutzgebiet “Hirtenwiese”. Da beide Gebiete zahlreiche selten gewordene Tiere und Pflanzen beherbergen, wurden sie Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes “Natura 2000”. Heiden sind historische Kultulandschaften, Relikte einer über viele Jahrhunderte als Hude (von hüten) oder Trift (von treiben) genutzten Viehweide. Der Name für das obere Naturschutzgebiet weist ebenfalls auf dessen historische Nutzung hin. Als „Hirtenwiese“ bezeichnete man früher Gemarkungsteile, die dem Dorfhirten zur Heugewinnung für den örtlichen Deckbullen überlassen wurden. Zunehmende Verkleinerung der Viehbestände in den 50er bzw. 60er Jahren des 20. Jahrhunderts führte dann zur Nutzungsaufgabe. Als Folge verschwand die heidetypische Vegetation immer mehr, und die Fläche begann zu verbuschen. Um diesen geschützten Lebensraum zu erhalten, entfernten die Untere Landschaftsbehörde des Kreises, der Naturschutzbund und die Realschule Burbach ab 1985 zunächst einen Großteil der aufkommenden Büsche. Danach konnte die frühere extensive Beweidung wieder aufgenommen werden. Heute pflegt ein Schäfer mit seiner Herde diese alte Heide. Das ganze Jahr über lohnt hier ein Spaziergang. Besonders schön ist es im August, zur Zeit der Heideblüte, wenn die Flächen schon von weitem rosa leuchten. Vielleicht treffen Sie dort ja auch gerade den Schäfer mit seiner Herde an.

Bei Holzhausen liegt das Naturschutzgebiet „Wetterbachtal“ mit seinen bunten Wiesen und Weiden. Ein Wiesenlehrpfad mit vielen Schautafeln und einem kleinen Aussichtsturm führt durch das Gebiet.

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Wetterbachtal

Das „Wetterbachtal“ bei Holzhausen zeichnet sich durch seinen außergewöhnlichen Artenreichtum aus. Bis zu 250 Wiesenpflanzen und Blumen lassen sich im Sommer dort entdecken, der Gesang seltener Vogelarten wie Braunkehlchen oder Wiesenpieper ist zu hören und mit etwas Glück kann man den farbenprächtigen Eisvogel beobachten. Den Artenreichtum verdankt das Gebiet in erster Linie der extensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung., die seit Jahrhunderten die Talaue prägt. Entstanden sind diese Grünlandlebensräume durch den althergebrachten Heu- (1. Schnitt) und die Grummetgewinung (2. Schnitt) oder eine Nachbeweidung der Flächen. Durch den späten Zeitpunkt der Mahd kommen alle Pflanzen zum Blühen und Aussamen. Auch gut erhaltene Streuobstwiesen mit knorrigen Apfelbäumen finden sich im Wetterbachtal, die zur Blütezeit im Mai das Tal weiß und rosa leuchten lassen.

Der Heimatverein Holzhausen hat einen ca. 2 km langen Rundweg als Wiesenlehrpfad durch das Gebiet angelegt. Ausgangspunkt ist die „Alte Schule“ in Holzhausen. Tafeln informieren über die Natur und die historische Nutzung der Wiesen. Von einem kleinen Aussichtsturm bietet sich ein schöner Blick in das Tal.

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Naturschutzgebiet „Großer Stein“

Die kegelförmige Basaltkuppe des Naturschutzgebietes „Großer Stein“ und die dazugehörige große baumfreie Halde von Basaltblöcken oberhalb von Holzhausen zeugt heute noch von vulkanischem Geschehen.

Vor über 20 Millionen Jahren gehörte der Hohe Westerwald zu einem vulkanisch sehr aktiven Gebiet. Nördlich der geschlossenen Basaltdecke sind als Zeugen bis heute der “Kleine Stein” und die markante, kegelförmige Bergkuppe “Großer Stein” mit einem offenen Blockmeer erhalten. Hierbei handelt es sich um in der Eiszeit durch

Frostsprengung eines Vulkanschlotes zu Blöcken zerborstenes Vulkangestein. Die Gesteinsbrocken sind an vielen Stellen mit einer üppigen Moos- und Flechtenflora bedeckt. Blockhalden sind in NRW absolute Raritäten und erfordern daher einen ganz besonderen Schutz. Der Kernbereich ist als Naturwaldzelle ausgewiesen, in der keine forstliche Nutzung erfolgt. Auf engstem Raum findet man im Naturschutzgebiet „Großer Stein“ eine natürliche waldfreie Blockhalde und verschiedene Formen von Buchenmischwäldern mit einer besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt.

Um den „Großen Stein“ ranken sich auch viele Sagen und Legenden, so die von den Riesen die am Großen Stein mit Basaltkugeln kegelten. Mehr dazu finden Sie in dem Informationsblatt der Biologischen Station Rothaargebirge zu diesem Naturschutzgebiet (sieh oben).

Das Gebiet kann auf den gekennzeichneten Ortswanderwegen von Burbach, Lützeln, Holzhausen oder vom Rothaarsteig aus erwandert werden.

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